Als mehrfacher Gewinner der Capitalympics wollten wir einmal so richtig toll shoppen gehen. Schließlich müssen die Abermillionen und Fantastilliarden unter die Leute.

So wählten wir den 18. März, den Tag der offiziellen Eröffnung der Europäischen Zentralbank aus. An diesem Tage sind die ganzen Wichtigen, Neu- und Altreichen im Ostend, schlürfen deutschen Perlwein, essen vom Käseigel und talken small. 
So dachten wir, wir als die Wahren, Schönen, Guten könnten gemütlich und in Ruhe die Geschäfte in den schicken Straßen grundsolide leerkaufen. Dachten wir. 

Wir brauchten diverse Chorroben namhafter internationaler Couturiers für alle möglichen Anlässe, Accessoires  und Qualitätschronographen  passender Optik für stimmige Einsätze. Dafür hatten wir die Goethestraße vorgesehen. Die blöden Chormappen sollten durch passende Tablets aus diesem Obstgeschäft auf der Fressgass getauscht werden und ein Dirigierstab aus diesen Glitzersteinen wäre das Tüpflchen auf dem i gewesen. So plünderten wir einen unserer Geldspeicher und schulterten die Säcke mit der Barschaft und zogen gen City.

Denkste. Die Geschäfte hatten geschlossen. Angeblich wegen Gefahr. Randalierern und so. Wenn wegen! Wir, als Capitalympiker von Weltrang, kennen uns da aus: Die wollen doch nur wieder zwei Euro fuffzig Personalkosten sparen - diese  knöchernen Betriebswirtschaftler. Keinen Schimmer vom Big Business. Servicewüste Deutschland!

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So blieb uns nicht weiter übrig als uns ausgiebigst den Ärger von der Seele zu singen. 
(Freundlicherweise hatten wir ausreichend Polizeischutz. So waren wir vor Dieben und Wegelagerern geschützt)